Als wir damals 1997 die Chance bekamen, den Bertholdsaal für Veranstaltungen wieder nutzbar zu machen, setzte das bei viel positive Energie frei. Eine einmalige Möglichkeit, einen Ort für Konzerte und Kulturveranstaltung in Weyer zu bekommen! Der Pfarre und insbesondere Pfarrer Karl Lindner und Konrad Rumetzhofer gilt da auch nachträglich noch mein Dank. Aber das hieß auch Arbeit. Was an die ehemalige Tischlerei erinnerte musste abgebaut werden. Im Sommer 1997 wurde jedes Wochenende gearbeitet oder eine Veranstaltung organisiert. Eine spannende Zeit, an die ich mich gerne erinnere. Leider klappten nicht alle Veranstaltungen auf Anhieb perfekt. Der Pfarre und der Gemeinde danke für die Geduld. Insbesondere in Bgm. Klaffner sehe ich als Ermöglicher und Unterstützer der Idee des Bertholdsaales. Inzwischen hat sich mein Lebensmittelpunkt von Weyer endgültig nach Wien verschoben. Frau, Kinder und Beruf sind dort. Als Raumplaner sehe ich auch den Bertholdsaal in seiner Funktion für die Regionalentwicklung im ländlichen Raum. Viele Gemeinden – so auch Weyer – haben mit Abwanderung zu kämpfen. Die Jungen gehen zur Ausbildung in die Städte, wenige kommen zurück. Eine Einrichtung wie der Bertholdsaal, bietet für einen Ankerpunkt in der Heimatgemeinde. Wer mit dem Heimatort aktiv verbunden bleibt, kommt eher wieder zurück. Auch wenn ich nicht mehr jedes Wochenende in Weyer bin. Hin und wieder schaffe ich es zu einem Konzert. Und ich bin dann begeistert, dass etwas, das von 20 Jahren initiiert worden ist, mit so viel Kraft aktiv ist. Ich wünsche mir, dass das der Bertholdsaal in dieser Funktion auch in Zukunft lebt.

Dr. Erich Dallhammer
Geschäftsführer Österreichisches Institut für Raumplanung, Gründungsmitglied Trägerverein Bertholdsaal
aus Weyer, lebt und arbeitet in Wien