20 Yeahs. 1997. Da schau her: wir* haben also schon im Jahr eins eine Theaterproduktion gemacht. Aus den „Fällen“ von Daniil Charms haben wir einen Theaterabend kreiert. Viele Stunden über den ganzen Sommer geprobt, gebastelt, inszeniert, für eine Premiere und eine Derniere. Im Bertholdsaal geschwitzt statt am Reichramingbach gechillt. Und es war so aufregend und magisch! In den folgenden drei Jahren drei weitere Theaterproduktionen**: Mr. Pilk’s Irrenhaus, Kasperl auf dem elektrischen Stuhl und George Taboris Mein Kampf. Es war so großartig, den Raum, die Bühne, die Möglichkeiten zu haben, sich hier auszuprobieren und auszutoben. Einige Jahre später konnte ich, inzwischen nach Wien gezogen, mit meinem Improtheater-Ensemble im Bertholdsaal auftreten. Aber auch von der anderen Seite der Bühne betrachtet habe ich großartige Erinnerungen an den Bertholdsaal: Konzerte, Theater, Lesungen, Filme, ein Sprayerworkshop, fallweise auch Kassen- und Bardienste … Ich wohne nicht mehr im Ennstal, aber ich wünsche mir, dass der Bertholdsaal für die Leute vor Ort weiterhin solche Möglichkeiten bieten wird, tolle Dinge zu hören, zu sehen und selbst auszuprobieren. Als Mama eines Kleinkindes bin ich gerade etwas nachlässig, was das abendliche Fortgehen angeht. Aber das ist nur eine Phase, wie man mir sagt. Also: See you in Bertholdsaal.
* Here’s looking at you, Lisa, Poit, Jux, Matsch, Karl, Jones, Flo, Hemma, Alex!
** Furthermore, here’s looking at you, Gabi, Rita, Ludi, Gnu, Mario (hoffentlich niemanden vergessen…).

Dr. Therese Garstenauer
Senior Research Fellow, Universität Wien
Großraming