Der Kulturverein Frikulum und der Bertholdsaal sind für mich zweierlei:

Eine sentimental angehauchte Erinnerung an lang zurückliegende Jahre des kritischen, jungen Erwachsenseins im Ennstal. An einen Kristallisationspunkt für das Treffen von Freunden und das Eintauchen in unausgelotete kulturelle Erfahrungen. Und doch entzieht sich der Bertholdsaal einer Verklärung. Schlicht weil es ihn noch immer gibt.

Und das ist der zweite Blickpunkt, den ich auf den Bertholdsaal und seine Protagonisten habe. Sie ringen mir tiefste Hochachtung ab, weil sie nicht zum Altherren- und Damenverein verkommen sind, in dem man sich die Geschichten von vorgestern auftischt. Dann wäre es auch nicht schade um sie. Nein: Immer wieder neue Menschen haben es geschafft sich immer wieder neu zu erfinden. Indem die Staffel übergeben wird und aus den Erfahrungen der Vergangenheit gänzlich Neues entstehen darf. Genau das ist der Grund, warum  ich Frikulum, dem Bertholdsaal und den vielen jungen AktivistInnen wünsche, dass auch die jetzt anstehende Transformation gelingt.

 

Mag. Martin Krejcarek
Organisationsberater | Erwachsenenbildner
Steyr