Frikulum und Bertholdsaal gab es für mich schon immer. Dunkel erinnere ich mich daran, wie ich den Bertholdsaal wegen eines Theaterbesuchs zum ersten Mal betreten habe. Das muss 20 Jahre her sein. Veranstaltungen im Bertholdsaal und das Seewiesenfest waren ein paar Jahre später Fixpunkte im jugendlichen Veranstaltungskalender und ein willkommenes Programm für all jene, die mit konservativen, der Tradition verpflichteten Vereinen im Ort nichts anfangen konnten. Allein die Möglichkeit für Bands aus der Region im Bertholdsaal zu proben und aufzutreten zeigt den nicht ersetzbaren Wert dieses Projektes. Hier wurde konsequent weiter gedacht, der Bertholdsaal als Veranstaltungsort beständig weiter entwickelt. Dieser Ort ist schließlich ein Grund, immer wieder dorthin zurück zu kehren, selbst wenn der Lebensmittelpunkt ganz woanders liegt. Denn im Bertholdsaal findet man nicht nur Musik, Poesie, Kultur, sondern vor allem enorm viel Wissen darüber; über das Organisieren und Austragen von Veranstaltungen. Persönlich finde ich es außerdem wichtig, die Begegnungen und Kontakte mit den vielen ehrenamtlich Tätigen hervorzuheben, die ich nicht missen möchte und die ohne Homebase Bertholdsaal in so einem kleinen Ort nicht möglich gewesen wären.

 

Josefa Stiegler
Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien